10 Erfolgsfaktoren für den digitalen Wandel

Gastbeitrag von Angela Rausch, d.velop

Das Thema Digitalisierung ist in aller Munde. Werden Sie jetzt zum Digitalisierer und kommen Sie zum d.velopforum19 in Berlin, auf dem auch Sage vertreten sein wird.

Und das nicht erst seit gestern. Doch anstatt zu handeln, verlieren wir uns oft noch in Diskussionen. Diskussionen, die leider häufig sehr negativ behaftet sind: „Die Digitalisierung kostet Arbeitsplätze“, „Nichts wird so sein wie es war“, „Alles wird sich ändern“. Die „German Angst“ dominiert und lähmt. Besser wäre es, die Digitalisierung als die Chance zu erkennen, die sie ist und die eigene digitale Transformation aktiv voranzutreiben.

Denn Deutschland kann Digitalisierung! Nur, was ist Digitalisierung? Antwort: Etwas sehr Individuelles. Jedes Unternehmen, jede Organisation muss einen eigenen Weg für den digitalen Wandel finden. Eine allgemeine Definition für den Begriff Digitalisierung hilft da wenig weiter. Nichtsdestoweniger gibt es einige Faktoren, deren Berücksichtigung sich als bedeutsam für eine erfolgreiche Gestaltung des digitalen Wandels herausgestellt haben. Bei Nichtbeachtung droht der digitale Stillstand oder schlimmer, die oben aufgeführten Ängste könnten Realität werden. In diesem Artikel möchte ich 10 der wichtigsten Erfolgsfaktoren für den digitalen Wandel verständlich und mit Nachdruck auf den Punkt bringen:

  1. Nehmen Sie die Digitalisierung als „natürlichen“ Bestandteil in Ihre Unternehmensstrategie auf. Fordern Sie die Unterstützung vom Management ein.

Durch die Digitalisierung können Sie sich Wettbewerbsvorteile sichern. Aber, Digitalisierung ist kein Selbstzweck und Wettbewerbsvorteile stellen sich nicht automatisch ein. Ihre Digitalisierungsstrategie muss zu Ihren Unternehmenszielen passen. Nehmen Sie die Digitalisierung als natürlichen Bestandteil in Ihre Strategie auf, sodass Ihre Unternehmensstrategie und die Digitalisierung Hand in Hand gehen. Die Verantwortung für die Harmonisierung dieser Aspekte liegt beim Management. Sehen Sie Zielkonflikte, gilt es zu handeln.

  1. Kümmern Sie sich um die Potenziale Ihrer Mitarbeiter und nutzen Sie diese. Alleine funktioniert die Digitalisierung nicht.

Wir bewegen uns in einer immer dynamischeren, schnelleren und vernetzten Welt. Kein Unternehmen kann es sich leisten, über Wochen auf Entscheidungen oder Handlungen von Einzelpersonen zu warten. Es geht darum, Potenziale von Mitarbeitern auszunutzen und Mitarbeiter zu befähigen, selbstständige Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig gilt es Kopfmonopole zu vermeiden. Nur im Team werden Sie den Geschwindigkeitsanforderungen gerecht.

  1. Stellen Sie Ihre Kunden und die Kunden Ihrer Kunden in den Mittelpunkt Ihres Handels.

Kundenfokussierung ist, genauso wie die Digitalisierung, kein neues Thema. Die Bedeutung der Kundenzentrierung nimmt jedoch in einer dynamischen und vernetzten Welt weiter zu. Sprechen Sie nicht nur von Kundenfokussierung, sondern leben Sie sie! Welche Bedürfnisse oder Probleme haben Ihre Kunden wirklich? Vor welchen Herausforderungen stehen sie? Stellen Sie sich die Frage, was Sie tun (können), um Bedürfnisse Ihrer Kunden zu erfüllen, die Probleme Ihrer Kunden zu lösen und so Ihre Kunden bei deren Herausforderungen zu unterstützen. Richten Sie Ihre Digitalisierung an den Antworten auf diese Fragen aus.

  1. Sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihr Team die Herausforderungen der Digitalisierung verstehen. Klären Sie auf.

Als Unternehmen kennen Sie Ihr eigenes Geschäftsmodell. Aber kennen Sie und Ihr Team auch die Herausforderungen, vor der Ihre Branche steht? Nur ein tiefgreifendes Verständnis für die aktuellen und künftigen Veränderungen, befähigt Sie die richtigen Schlüsse für Ihr Geschäftsmodell zu ziehen.

  1. Kümmern Sie sich um Ihre Unternehmenskultur und Organisation. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter und Kollegen mit.

Ihre Organisationsstruktur und Ihre Unternehmenskultur haben einen wesentlichen Einfluss darauf, inwieweit Sie in der Lage sind, auf neue Rahmenbedingungen flexibel zu reagieren. Die Digitalisierung erfordert schnelles Handeln. Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich durch flache Hierarchien und eigenverantwortlich handelnde Mitarbeiter aus. Stellen Sie sicher, dass Ihre Struktur und Kultur geeignet sind, wettbewerbsfähig zu bleiben.

  1. Lösen Sie Verunsicherungen auf. Vermeiden Sie es Angst zu fördern. Bringen Sie reale Notwendigkeiten auf den Tisch!

Verunsicherungen und Angst sind die Hauptgründe für eine negative Sichtweise der Digitalisierung. Es geht aber nicht darum zu beschwichtigen. Immerhin können sich die Ängste bewahrheiten. Aber machen Sie sich klar, dass diese Gefahr insbesondere besteht, wenn der digitale Wandel nicht gelingt. Daher gilt es, Notwendigkeiten auf den Tisch zu bringen. Dies muss allerdings mit Empathie geschehen. Nehmen Sie die Anliegen Ihrer Mitarbeiter ernst. Unterstützen Sie und klären Sie auf!

  1. Machen Sie Digitalisierung nicht zum Selbstzweck. Es geht um Ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Blanker Aktionismus ist fehl am Platz. Eine Harmonisierung Ihrer Digitalisierungsstrategie und Ihrer übergeordneten Unternehmensstrategie ist die Grundlage. Leiten Sie davon konkrete Schritte ab. Identifizieren Sie die Bereiche mit den größten Potenzialen. Hinterfragen Sie Ihre Prozesse. Welche Prozesse sind wettbewerbsrelevant? Wie wichtig werden in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte sein? Welche Bedeutung hat das Onboarding? Im Rahmen des digitalen Wandels lassen sich für solche Fragen passende Antworten finden.

  1. Fangen Sie klein an. Schaffen Sie die Basis.

Wir neigen dazu, immer eine ideale Lösung präsentieren zu wollen. Projektleiter schließen sich häufig für einige Wochen ein, werkeln in ihrem stillen Kämmerchen und veröffentlichen anschließend eine „perfekte“ Lösung. In der Regel funktioniert genau dieses Vorgehen aber nicht. Sinnvoller ist es, klein anzufangen, sich Feedback einzuholen und kontinuierlich zu optimieren. Ein Modell, das sich hier etabliert hat, ist beispielsweise die Design Thinking Methode. Wichtig ist dabei – im Sinne der Kundenfokussierung – Kunden möglichst früh einzubeziehen.

  1. Machen Sie nicht alles selbst. Gehen Sie Kooperationen ein. Vernetzen Sie sich. Suchen Sie sich Partner.

Fokussieren Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen. Was macht das eigene Unternehmen aus und was kann ich besonders gut? Für alle Themen, abseits der eigenen Kernkompetenzen, ist es sinnvoll sich entsprechende Partner zu suchen. Wichtig ist der Fokus auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es geht um langfristige Partnerschaften und keine kurzfristigen Lieferantenbeziehungen. Die Welt wird immer vernetzter. Seien Sie nicht der einzige Einzelkämpfer.

  1. Im Zweifel: Disruptieren Sie sich selbst, bevor es andere tun.

Schrecken Sie nicht davor zurück, sich selbst zu disruptieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ansonsten andere tun, ist groß. Ein markantes Beispiel ist Kodak. Kodak hat früh Digitalkameras entwickelt, hatte aber Angst das eigene Geschäftsmodell, das auf analoge Fotografie basierte, zu zerstören. Aus diesem Grund wurden die eigenen Digitalkameras viel zu spät auf dem Markt gebracht. Die Disruption haben andere übernommen.

Und nun?

Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der eine klare, individuelle Strategie erfordert. Erfahren Sie mehr dazu auf dem d.velopforum19 in Berlin, am 15. und 16.05.2019, auf dem auch Sage vertreten sein wird.


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